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Mittwoch, 4. Juli 2007

Reliquienhandel

Unsere Konsumgesellschaft treibt es ja hin und wieder tatsächlich auf die Spitze. Will jemand eine gebrauchte Coca-Cola-Dose von Paris Hilton, dann schnell zugreifen - noch ist sie günstig.
http://cgi.ebay.com/Paris-Hiltons-Trash-a-used-coke-can_W0QQ itemZ160134199653QQihZ006QQcategoryZ2312QQrdZ1QQcmdZ ViewItem

Aber nicht genug: Zwei Briefe (Umschläge) an Paris Hilton in die Strafanstalt adressiert haben bei eBay bereits den Besitzer gewechselt.


Und das für sage und schreibe 510 Dollar - dabei sind die Briefmarken gar nicht so wertvoll. Aber wofür können sich Menschen nich begeistern, sogar mit leeren Hundefutter-Dosen wird gehandelt.

Muss Paris eigentlich Müllgebühren bezahlen oder bekommt sie einen monatlichen Scheck von der Stadtreinigung? Wenn man eine eigene Cola-Dose anbietet und sagt sie wäre von Paris, ist das eigentlich bereits Urkundenfälschung? Ich rede mal mit meiner Advocard, da muss jetzt Klarheit her.

Freitag, 15. Juni 2007

Kunst oder Müll?

Wer soll das wirklich unterscheiden können?

Mit großer Bestürzung wurde die Meldung aufgenommen, dass noch vor der Eröffnung der documenta in Kassel ein Kunstwerk zerstört wurde - von der Stadtreinigung. Der Hinweis des Reporters an die Arbeiter, dass sie gerade ein Kunstwerk zerstörten, wurde lapidar mit dem Hinweis beantwortet, dass man nur einen Auftrag des Arbeitgebers erfülle.

Hier ist die "kulturelle Schandtat" ausführlich dokumentiert: http://www.tagesschau.de/video/0,1315,OID6937568_RES_NAV_BAB,00.html

Muss sich die Stadt Kassel für ihre Mitarbeiter und für die Bevölkerung ein Kulturbildungsprogramm einfallen lassen? Müssen die Bürgerinnen und Bürger jetzt nicht ernsthaft für Kunst sensibilisiert werden, damit nicht weiter Badewannen gereinigt und weiße Kreuze auf Straßen beseitigt werden? Wir dürfen nicht weiter ein Volk von Kunstbanausen bleiben. Kulturstaatsminster Naumann ist aufgefordert, schnellstmöglich zu handeln.

Es steht zu erwarten, das die Kulturmagazine des deutschen Fernsehens (außer Pro 7, die haben keins) mit intellektuellen Beiträgen auf diesen Vorgang reagieren werden.

Bevor ich mich hier weiter zum Thema auslasse und es gäbe noch viel dazu von meiner Seite zu sagen, setze ich mich lieber sofort an den Brief an meine Stadtreinigung. Immerhin zerstören die einmal in der Woche meine Kunstwerke und verlangen dafür noch Geld - unverschämterweise nennen die das Abfallbeseitungsgebühren.