Samstag, 22. September 2007

Besuch bei Volksvertretern (1)

Warum soll man nicht einfach mal am Wochenende einen Volksvertreter besuchen? Immerhin soll er ja unsere Interesse im Bundestag oder im Landtag oder in anderen parlamentarischen Versammlungen vertreten. Okay, ich begebe mich nicht wirklich auf Reisen, um an der Haustür von Abgeordneten zu klingeln und auf eine Tasse Kaffee vorbei zu schauen. Ich schau einfach mal der Homepage eines Volksvertreters vorbei, mal sehen was er uns über sich und seine Arbeit mitzuteilen hat.

Meinen ersten Besuch statte ich bei Clemens Bollen ab. Ich kenne Clemens Bollen überhaupt nicht, die Auswahl ist daher zufällig – bis eben wusste ich nicht mal, dass er Bundestagsabgeordneter ist. Das Bundestagshandbuch verrät mir, dass Bollen (SPD) seit 2005 dem Deutschen Bundestag angehört und als Nachrücker für Gerhard Schröder ins Parlament gekommen ist. Er ist Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und im Petitionsausschuss.

Seine Homepage http://www.clemens-bollen.de/ kommt eher bieder daher. Die Informationen über und von ihm geben mir zumindest einen groben Einblick in seine Arbeit und seine politische Überzeugungen. Über den Menschen Clemens Bollen erfahre ich verhältnismäßig wenig. Sein Lebenslauf ist geschäftsmäßig. Was mir gefällt, ist die Auflistung seiner Einkünfte, die etwas nachvollziehbarer sind, als die Informationen af der Seite des Deutschen Bundestages. Was ich vermisse, sind die Namen und Kontaktmöglichkeiten zu seinen Mitarbeiter/innen.

Donnerstag, 20. September 2007

Ferrero: Markennamen „Kinder“

Man stelle sich die Unverschämtheit vor, Haribo wollte ein Produkt auf den Markt bringen mit dem Namen „Kinder Kram“ und Zott eines mit Namen „Kinderzeit“. Dies wollte Ferrero (Kinder Überraschung, Kinder Schokolade) sich nicht gefallen lassen, denn immerhin hatte der Konzern 1991 den Wortbestandteil „Kinder“ beim Deutschen Markenamt (was es alles für Ämter gibt) eintragen lassen.

Der Bundesgerichtshof hat jetzt in diesem Fall geurteilt. Dabei wird festgestellt, dass der Begriff „Kinder“ sich markenrechtlich überhaupt nicht schützen lasse. Der Schutz für Ferrero bestehe nur in der grafischen Umsetzung und Gestaltung.

Diese Urteil hat doch etwas Beruhigendes. So kann Ferrero zukünftig weder die Bundesregierung noch den Bundestag oder andere Organisationen und Menschen belangen, die den Begriff „Kinder Armut“ verwenden, belangen.

Wir dürfen also diesen Begriff weiterhin ungestraft nutzen und so wie die Zahl der Kinder, die in Deutschland in Armut leben, steigt, ist auch noch kein Ende abzusehen.

Da ich mich heute im Blog nur mit Kindern beschäftigt habe, betrachte ich dies als mein Beitrag zum Internationalen Kindertag, der ja heute ist – wie wir alle wissen.

Kinder als Quotenmacher

Der Film- und Medienindustrie ist jedes Mittel recht, um Quote zu machen und damit den Geldhahn zu öffnen. Columbia Broadcasting System (CBS) hat eine neue Reality-Show gestartet: Kid Nation. Ein "Big Brother" mit 40 Kindern zwischen 8 und 15 Jahren, die 40 Tage in einer Geisterstadt aushalten müssen - und eine ganze Nation schaut dabei zu.

Erschreckend dabei: Wer entscheidet, ob diese Kinder bei dieser Show mitmachen dürfen? Eltern? Die Kinder selber? Darf man Kinder in einer solchen Weise der Sensationsgeilheit von Fernsehzuschauern ausliefern? Kinder in diesem Alter befinden sich in einer Entwicklungsphase, die nach meiner Meinung entscheidend auf die Identitätsbildung Einfluss hat. In einer Gesellschaft, in der Kindern keine Möglichkeiten auf Selbstbestimmung haben und die Entscheidungsgewalt bei den Eltern liegt, müssen Eltern bei ihren Entscheidungen jedoch die Menschenrechte einhalten. Und die Teilnahme von Kindern an dieser Sendung verstößt gegen die Menschenrechte.

Nun, es mag in Amerika gänzlich andere Ansichten über das Aufwachsen geben als bei uns, aber ich befürchte, auch europäische Filmproduktionsfirmen werden gerade entsprechende Konzepte für ein solches Format entwickeln.

An die Vernunft und "Moral" der Fernsehzuschauer zu appellieren, diese Sendungen nicht anzuschauen und ihnen damit keine Quote zu geben, dürfte nicht mehr funktionieren - leider.

Mittwoch, 19. September 2007

Muttermilch als Karriereleiter

Forscher der Universität Bristol haben herausgefunden, dass Muttermilch nicht nur gesundheitsfördernd ist, sondern auch die berufliche Karriere fördert.

Die Forscher vermuten den Grund hierfür in den langkettigen Polyenfettsäuren in der Muttermilch, die zur Hirnentwicklung des Babys beitragen.

Inwieweit die Inhaltsstoffe der Muttermilch auch in anderen Alterstufen die Karriereförderung unterstützen, ist noch nicht erforscht.

Auf meine Nachfrage im Bundesarbeitsministerium wird derzeit nicht überlegt, Langzeitarbeitslosen einen Teil ihrer Hartz IV-Bezüge in Form von Muttermilch auszuzahlen.

Dienstag, 18. September 2007

Strafanzeige gegen Gott

Die Tagesschau veröffentlichte gerade diese Meldung:

„Gott sei für terroristische Drohungen verantwortlich, sagt Ernie Chambers, Abgeordneter im US-Bundesstaat Nebraska. Deshalb hat er beim Bezirksgericht in Douglas Anzeige erstattet. Es könne nicht sein, das jemand Angst verbreite und "unter Abermillionen von Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror" verursache, begründet er seine Eingebung. Chambers hält das ansässige Gericht für zuständig, da Gott ohnehin überall sei. Eben auch in Douglas/Nebraska.

Der US-Politiker möchte mit seiner Klage auf die abstrusen Seiten des amerikanischen Rechtswesens hinweisen, in dem jeder jeden verklagen könne. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe unglaublicher Urteile. So verklagte beispielsweise eine 79-jährige ein Fastfood-Restaurant, nachdem sie sich beim Autofahren mit einem gerade gekauften Kaffee verbrüht hatte. Ein Gericht gab der Klägerin Recht und sprach ihr knapp drei Millionen Dollar Schmerzensgeld zu. Gott habe hingegen Wirbelstürme, Überschwemmungen und Tornados verursacht, erklärte Chambers. Dies wolle er jetzt per Einstweiliger Verfügung stoppen. Über Schadensersatzforderungen ist bisher aber nichts bekannt.“

Für den 1. Teil der Meldung könnte ich mir vorstellen, das Kardinal Meisner dies mit „entartete Justiz“ kommentiert. Beim 2. Teil ist man versucht, ein Auto zu klauen, das Lenkradschloss nicht zu knacken und gegen irgendetwas zu fahren, für die Verletzung Schmerzensgeld zu kassieren, das sich dann noch verdoppelt, weil die Airbags nicht aufgegangen sind – oder so ähnlich.

Sehr geehrter Herr Schäuble



zu Ihrem 65. Geburtstag meine besten Wünsche. Vor noch nicht allzu langer Zeit war dieser Ehrentag gleichzeitig der Übergang in den wohlverdienten Ruhestand. Aber das ist ja jetzt nicht mehr so, jetzt muss man ja bis zum 67. arbeiten, was ich mit Bedauern zur Kenntnis nehme.

Ich wünsche Ihnen die Stärke, dann mit 67 wirklich in den Ruhestand zu gehen. Und nicht wie ihre Kolleg/innen in der Politik, die kein Ende finden können und glauben, wenn Sie sich in den Ruhestand begeben, dass die Demokratie ein abruptes Ende findet – ich fürchte fast, bei Ihnen könnte das genau anders herum sein.

Ich finde es traurig, dass ein Parteifreund und Regierungskollege kurz vor Ihrem Geburtstag Ihnen den Rang als Buhmann der Nation streitig macht. Herrn Jung ist es tatsächlich gelungen, Ihre bisherigen Ideen noch weit zu übertreffen: mit seiner Aufforderung (Befehl) zur einer Straftat gerät unsere Demokratie (Urteil Bundesverfassungsgericht) tatsächlich heftig ins Wanken. Dass er davon ausgeht, dass die zum Einsatz kommenden Piloten in einem solchen (hoffentlich nie eintretenden) Fall den Befehl nicht verweigern, da sie eine entsprechende Erklärung unterschrieben haben, beruhigt mich nicht eine Sekunde.

Trotz dieser unerwarteten Konkurrenz aus eigenen Reihen, wünsche ich Ihnen heute einen ruhigen Tag ohne Onlinedurchsuchung und gezielten Todesschuss. Dafür können Sie ja morgen wieder in die Vollen gehen und durch neue Ideen Herrn Jung ausstechen. Aber bitte nicht eskalieren lassen, sonst haben wir plötzlich gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bundeswehr – und das wollen wir doch nicht.

Hochachtungsvoll

Montag, 17. September 2007

21 Gramm – Puzzle menschlicher Beziehungen


„Es heißt, wir verlieren alle 21 Gramm genau in dem Moment, in dem der Tod eintritt – jeder von uns. Wie viel sind 21 Gramm? Wie viel geht verloren? Wann verlieren wir 21 Gramm? Wie viel von uns ist verloren? Wie viel ist gewonnen? Wie viel ist gewonnen?? 21 Gramm – das Gewicht von fünf 5 Cent-Münzen. Das Gewicht eines Kolibris, eines Schokoriegels. Wie viel wiegen 21 Gramm?“

Mit diesen Worten endet der Film „21 Gramm“. Er zeigt ein Puzzle menschlicher Beziehungen. Dabei geht der Film er Frage nach, auf welche Weise hängen menschliche Schicksale zusammen? Auch dieser Film kann diese Frage nicht endgültig beantworten.

Der Film zeichnet die Verknüpfung sehr unterschiedlicher Menschen auf, deren Lebenswege sich kreuzen und damit miteinander verwoben werden. Eine solche Geschichte kann nicht linear erzählt werden, da die notwendige Vorgeschichten der Menschen natürlich zeitgleich statt finden. Von daher bekommen wir Fragmente der Lebensgeschichten der Hauptpersonen geliefert, aber nicht chronologisch, sondern die Szenen springen von der verschiedenen Vorgeschichten in die gemeinsame Hauptgeschichte und wieder zurück. Der Zuschauer wird mit einer verwirrenden Szenefolge konfrontiert, die sich erst nach und nach auflöst. Mit diesem Auflösungsprozess beginnt man gleichzeitig die verschiedenen Lebensgeschichten zu entwirren und die Chronologie der Ereignisse in die richtige Reihenfolge zu setzen. Dies gelingt nicht bei allen Sequenzen, mir ging es auf jeden Fall so. Gelegentlich treibt der Regisseur die Fragmentisierung soweit, dass man die „Lust“ an dem Film verlieren kann.

Wer durchhält hat am Ende einen traurigen, hoffnungsvollen und nachdenklichen Film gesehen.

Sonntag, 16. September 2007

Nachhilfe in Mathe

Coca-Cola hilft uns allen bei Matheaufgaben – oder wäre käme von uns darauf, dass 0,5 l = 2 Gläser von 250 ml ergibt. Und für die Lesefähigen wird das Wort „Glas“ zusätzlich mit einem Bild ersetzt. Ich bin Coca-Cola dankbar, der nächste Pisatest wird endlich zur Zufriedenheit ausfallen.

Samstag, 15. September 2007

Verwackelt


Wir sind ja immer daran interessiert, was JBs so alles machen dürfen. Immerhin reden wir von den Agenten mit der Lizenz zum töten: James Bond, Jack Bauer oder in diesem aktuellen Fall Jason Bourne.

Der aktuelle und letzte Film der Bourne-Trilogie – Das Bourne-Ultimatum – lässt einem vom Gesamteindruck zu einem Gläschen Jim Beam greifen, damit wären wir bei einem weiteren JB.


Aber zum Film: Wer seine Vergangenheit erkunden will, ist viel unterwegs. Und ist man Spezialagent, dann erlebt man viele aufregende Dinge. Jason Bourne kommt seiner Vergangenheit auf die Spur und verzichtet sogar hin und wieder alle seine Gegner zu töten. Wir leiden immer mit unseren Superhelden und hinterfragen nicht, ob Situationen, die er zu überstehen hat, eigentlich überstanden werden können. Unsere Sympathie gehört auf jedem Fall dem Helden, egal wie absurd die Handlungen gelegentlich ausarten.

Diese Sympathie lässt jedoch drastisch nach, wenn die Action des Films sich auf die Kameraführung voll ausdehnt. Die Hälfte des Films (gefühlter Zeitraum, saß nicht mir der Stoppuhr beim Film) zeichnet sich durch verwackelte Kamerabilder und schnelle Kameraschwenks aus.

Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass solche Bilder das Adrenalin des Zuschauers ansteigen lässt? Eher wird der Übelkeitsfaktor gesteigert und das Rapid-Eye-Movement mit offenen Augen beschleunigt. Eine Steadycam hätte geholfen, den Zuschauer am Geschehen teilhaben zu lassen, ohne das er mit Schwindelgefühl kämpfen muss.

Fazit: Der Film ist eigentlich nett und wer von den beiden ersten Teilen begeistert war, muss natürlich auch den Abschluss sehen – aber Vorsicht, nicht zu weit nach vorne setzen, könnte epileptische Anfälle verursachen.

Freitag, 14. September 2007

Schneller Geburtstagsgruß

Bevor ich es verpasse noch schnell ein Geburtstagsgruß losschicken. Alles Gute zum 60. Nigel John Dermot Samuel Neill – kurz Sam Neill.



Ja, genau, der Schauspieler aus Jurrasic Park, Merlin, Zeit der Sinnlichkeit und natürlich das Piano.